Laufende Drittmittelprojekte

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Turn-Taking und Verständnissicherung beim Telefondolmetschen Arabisch-Deutsch  (2019-2021)

Über das Projekt

Seit 2019 führen wir ein Forschungsprojekt zu Verfahren des Sprecherwechsels und der Verständnissicherung beim Telefondolmetschen Arabisch-Deutsch durch. Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) über einen Zeitraum von drei Jahren gefördert. Gegenstand der Untersuchung sind quasi-authentische Beratungsgespräche in sozialen Handlungszusammenhängen, zu denen Dolmetscher per Telefon herangezogen werden.

Der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien wie dem Telefon ermöglicht ortsunabhängige Dolmetschleistungen (Ferndolmetschen/Remote Interpreting). Gerade in der Kommunikation mit Geflüchteten und Migrierten ist das Telefondolmetschen aufgrund fehlender Alternativen eine verbreitete Praxis in Unterkünften sowie Betreuungs- bzw. Beratungskontexten. Zugleich sind die sprachlich-kommunikativen Anforderungen an das Gesprächsdolmetschen in Situationen ohne bzw. mit eingeschränkter Kopräsenz der Gesprächsbeteiligten weitgehend unerforscht.

Im Rahmen des Projekts bestehen Kooperationen mit Kollegen der Universitäten Hamburg (Prof. Dr. Kristin Bührig), Surrey in Guildford (Prof. Dr. Sabine Braun), Modena e Reggio Emilia in Italien (Prof. Dr. Claudio Baraldi und Prof. Dr. Laura Gavioli) sowie der Heriot-Watt-University in Edinburgh (Prof. Dr. Claudia Angelelli). Weitere Kooperationen zur Klärung methodischer Aspekte der mehrsprachigen gesprächsanalytischen Transkription und Annotation bestehen mit dem Arbeitsbereich Arabisch (Prof. em. Dr. Martin Forstner, Mohammed Alaoui, Andreas Bünger), dem Hamburger Zentrum für Sprachkorpora und dem Institut für Deutsche Sprache in Mannheim (Dr. Thomas Schmidt) sowie mit der San Diego State University in den USA (Dr. Dris Soulaimani) und der Yarmouk University in Jordanien (Dr. Ahmad Al-Harahsheh).

Team

Prof. Dr. Bernd Meyer
Leiter des Arbeitsbereichs Interkulturelle Kommunikation

Rahaf Farag, M.A.
wissenschaftliche Mitarbeiterin,
administrative Ansprechpartnerin

Veranstaltungen

Workshop „Discourse-oriented Transcription of Spoken Arabic“ (2019)

In diesem Workshop sollen Probleme der computergestützten Gesprächstranskription arabischer Daten und die Eignung existierender Verfahren für die Analyse von mehrsprachigen Gesprächen diskutiert werden. Das Ziel ist, die im Projekt erarbeiteten Transkriptionsverfahren mit einem internationalen interdisziplinären Team (Computerlinguistik, Soziolinguistik) abzugleichen.

Workshop „Participation in Telephone Interpreting“ (2020)

Ausgehend von den ersten Analyseergebnissen sollen in diesem Workshop grundsätzliche kommunikative Verfahren und gesprächsartübergreifende Besonderheiten des Telefon­dolmetschens vorgestellt werden. Interaktionsinteressierte Forscher/innen sind eingeladen, ihre Erfahrungen mit empirischen Untersuchungen des Telefon- bzw. Videodolmetschens im Rahmen von gemeinsamen Datensitzungen einzubringen.

Praxisworkshop (2021)

Das Projekt lädt öffentlich und überregional in Kooperation mit Berufsverbänden zu einem Praxisworkshop ein, um die Untersuchungsergebnisse an Dolmetscher/innen und Nutzer/innen von telefonischen Dolmetschdiensten zu vermitteln. Auf dem Workshop werden die Projektbeteiligten zur Diskussion stellen, welche praktischen Konsequenzen für das Telefondolmetschen sich aus den Untersuchungen ergeben.

Projektbezogene Publikationen

Farag, Rahaf (2019). „Kommunikative Verfahren beim Telefondolmetschen Arabisch-Deutsch in der institutionellen Kommunikation mit Geflüchteten.“ Brücken schlagen: Mehrsprachigkeit, Interkulturelle Kommunikation und Sprachvermittlung. Hrsg. Beatrix Kreß. Peter Lang Verlag. (im Erscheinen).

Farag, Rahaf (2019). „Computergestützte Transkription deutsch-arabischer Gesprächs­daten“. Online-Zeitschrift zur Gesprächsforschung. (in Vorbereitung).

Andere Veröffentlichungen

Angermeyer, Philipp, Bernd Meyer und Thomas Schmidt (2012). „Sharing community interpreting corpora: A pilot study.“ Multilingual Corpora and Multilingual Corpus Analysis. Hrsg. Thomas Schmidt und Kai Wörner. Hamburg Studies on Multilingualism 14. Amster­dam: John Benjamins, 275–294.

Castagnoli, Sara, und Natacha Niemants (2018). „Corpora worth creating: A pilot study on telephone interpreting.“ inTRAlinea, numero speciale a cura di Claudio Bendazzoli, Mariachiara Russo e Bart Defrancq intitolato. New findings in corpus-based interpreting studies.

Farag, Rahaf (2016). Aspekte der Dolmetschperformanz bei dolmetschgestützten Gesprächen via Telefon: eine gesprächsanalytische Fallstudie. Unveröffentlichte Masterarbeit  zur Erlangung des akademischen Grades MA Translation. Universität Mainz: Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft.

Meyer, Bernd (2019). „Corpus-based studies on interpreting and pragmatics.“ Routledge Handbook on Pragmatics and Translation. Hrsg. Rebecca Tipton und Louisa Desilla. (im Erscheinen).

Meyer, Bernd (1998). „What transcriptions of authentic discourse can reveal about interpreting.“ Interpreting: International Journal of Research and Practice in Interpreting 3.1, 65–83.

Kontakt

Rahaf Farag, M.A. (administrative Ansprechpartnerin)

Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft
Arbeitsbereich Interkulturelle Kommunikation
An der Hochschule 2
D-76726 Germersheim

Tel.: +49 (0) 7274 508 35541

E-Mail: farag@uni-mainz.de