ReDICo (2020 – 2024)

Die Digitalisierung – und allen voran das Internet und die sozialen Medien – bringen Interkulturelle Kommunikation endgültig in unseren Alltag. Das Fach Interkulturelle Kommunikation sieht sich dadurch neuen Fragestellungen gegenüber. Einigen davon widmet sich das Projekt Researching Digital Interculturality Co-operatively (ReDICo), welches von November 2020 bis Oktober 2024 vom BMBF im Rahmen des Programms Kleine Fächer – Zusammen Stark gefördert wird.

Das Projekt wird als Verbund der JGU gemeinsam mit der Friedrich-Schiller-Universität Jena und der Universität Potsdam, sowie Partnern aus Belo Horizonte (Brasilien), Limerick (Irland) und Tel Aviv (Israel) umgesetzt.

Die an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz am Standort Germersheim durchgeführten Teilprojekte lauten:

a) Digitaler Kosmopolitischer Europäismus (Uni Jena / Uni Mainz; November 2020-April 2022):
Twitter ist derzeit ein populäres soziales Medium, auf dem interkulturelle Kommunikation sehr niedrigschwellig und allgegenwärtig stattfindet. Dabei werden komplexe Narrative wie ein „europäischer Kosmopolitismus“ auf kreative Art dargestellt und verhandelt. Ausgehend von Grassroot-Bewegungen, Influencern und NGOs untersucht dieses Projekt jene Twitter-Diskurse und stützt sich dabei auf hermeneutische Methoden und qualitative Interviews. Angetrieben wird dieses Projekt von der Neugier auf Kosmopolitismus und fragt sich, wer 'die Kosmopoliten’ in virtuellen Räumen sind und welchen Einfluss sie und ihre Erzählungen auf die physische Welt haben.

b) Nutzung und Einfluss digitaler Medien für die soziale Kohäsion in Diaspora-Gemeinschaften (Uni Potsdam / Uni Mainz; Mai 2022-Oktober 2023)
Die sozialen Medien verändern selbstverständlich auch das kommunikative Verhalten von Migrantinnen und Migranten. Dadurch werden Aspekte der sozialen Kohäsion neu ausgehandelt. Diese Studie untersucht den Einfluss von Facebook und Co auf die Identitäten und Zugehörigkeitsgefühle von zugewanderten Personen. Im Fokus stehen brasilianische und spanische Einwanderer*innen in Deutschland. Wir möchten herausfinden, inwiefern spezielle Paradigmen der Zugehörigkeit und sozialen Interaktion aus der analogen Welt auch bei kommunikativem Online-Verhalten noch anwendbar sind, wie digitale Kommunikation die Akkulturation beeinflusst - und wie die Einwanderer*innen von ihr beeinflusst werden.

Darüber hinaus werden im Rahmen des Projekts zahlreiche kostenlose Vernetzungsangebote für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unabhängig ihrer institutionellen Zugehörigkeit und ihres Status ermöglicht. Dazu gehören:
• Die virtuelle Plattform „Digitale Interkulturalität“ auf dem Glocal Campus.
• Mehrere (virtuelle) Konferenzen und E-Books
• Doktorandenkolloquien

Projektverantwortlich: Dr. Roman Lietz

Mehr Informationen: siehe Webseite (im Aufbau, Information wird ergänzt)