Forschung

Die Forschungsthemen am Arbeitsbereich Interkulturelle Kommunikation kommen aus den Bereichen Kommunikation in Institutionen, Mehrsprachigkeit und Dolmetschen sowie aus der Angewandten Linguistik. Generell geht es darum, wie sich sprachliche und kulturelle Vielfalt auf den mündlichen und schriftlichen Sprachgebrauch in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen auswirkt.

Aktuell besteht eine Kooperation mit Prof. Dr. Thomas Bierschenk und Dr. Jan Beek (JGU, FB 07) im DFG-Projekt „Polizei-Translationen“. Im Rahmen dieses Projekts wird der Umgang mit kultureller Differenz und Mehrsprachigkeit im polizeilichen Alltag dokumentiert und mit ethnologischen und linguistischen Methoden analysiert. Die Leitfrage ist dabei, wie PolizeibeamtInnen mit Differenz umgehen und sie zugleich auch selbst mit hervorbringen.

Mit Dr. Thomas Langer, Universitätsklinikum Freiburg, kooperieren wir im Rahmen eines Projekts der Bosch-Stiftung, in dem Schulungsvideos zum Verhalten in Dolmetschsituationen für ärztliches Personal entwickelt werden.

2018 ist außerdem ein Praxisleitfaden zur Kommunikation mit älteren Menschen erschienen, der gemeinsam mit Experten aus der Geriatrie erarbeitet wurde (Thiesemann, R. (Hg.). Mit älteren Menschen kommunizieren. Stuttgart: Kolhammer).

Weitere Kooperationen betreffen methodologische Aspekte der Arbeit mit Sprachkorpora (Dr. Thomas Schmidt, IDS Mannheim) im Rahmen der Community Interpreting Database sowie verschiedene Aspekte der Gesundheitskommunikation (Prof. Dr. Kristin Bührig, Universität Hamburg).

Seit Oktober 2017 wird am Arbeitsbereich auch ein Forschungsprojekt zu Verfahren des Sprecherwechsels und der Verständnissicherung beim Telefondolmetschen Arabisch-Deutsch durchgeführt.

In Vorbereitung ist - unterstützt durch eine Anschubfinanzierung der JGU Mainz - ein DFG-Antrag zur Nutzbarkeit von Übersetzungsapps in der face-to-face-Interaktion. Dies soll anhand eines Elizitierungsverfahrens aus der Sprachlehrforschung (“Hamburg Map Task“) untersucht werden. Hierzu wurden bereits 19 Gespräche im Sprachenpaar Deutsch-Spanisch aufgezeichnet, wobei die Probanden die jeweilige andere Sprache nicht beherrschten und bei der Interaktion in erster Linie auf die App angewiesen waren. Die Untersuchung soll Möglichkeiten und Grenzen von maschineller Übersetzung für die mündliche Kommunikation exemplarisch und empirisch aufzeigen.

Mit dem Caritasverband Osnabrück kooperieren wir bei der inhaltlichen Weiterentwicklung des lokalen Dolmetscherpools, bis Mai 2018 insbesondere hinsichtlich des Einsatzes von Sprachtechnologien und der App-gestützten Terminologiearbeit.

Das Landesministerium für Familie, Frauen, Jugend, Integration und Verbraucherschutz unterstützen wir bei konzeptionellen Überlegungen zum Umgang mit gesellschaftlicher Mehrsprachigkeit und Sprachbarrieren und bei der Kartierung von Sprachmittlerprojekten in Rheinland-Pfalz.